Gartenkinder auf der Rotenbirben

Auf dem Stiftungsgelände treffen sich eine Saison lang zehn PrimarschülerInnen, um jeden Montagnachmittag ihr Gemüsebeet zu pflegen.

Wie pflanzt man einen Salat oder eine Zwiebel? Wie sieht ein Randensamen aus? Wie wachsen Kartoffeln? Und wie viele verschiedene Farben kann ein Rüebli haben? Diese und viele andere Fragen stellen sich die „Gartenkinder“, die auf dem Stiftungsgelände der Rotenbirben ihr Beet haben. Einmal in der Woche treffen sie sich und ergründen neue Gartengeheimnisse. Sie alle haben ihr eigenes Beet, welches sie unter Anleitung selbst einsäen, bepflanzen, jäten und wässern können. Alle Erträge ihres Beetes dürfen sie mit nach Hause nehmen – und siehe da, aus dem eigenen Garten schmeckt Spinat ja wunderbar!


Nahrungsmittelproduktion und die Stiftung Rotenbirben

Die Stiftung Rotenbirben stellt einen idealen Ort für einen solchen  "Gartenkind“-Garten dar. Sie liegt sie sehr zentral und strahlt über die Geländegrenzen hinaus. Der Gedanke, selbst Nahrungsmittel zu produzieren und die Menschen dafür zu sensi-

bilisieren, entspricht dabei genau dem Stiftungszweck.

Der Stiftungsgründer Albert Suter hat in seinem Willen festgehalten, dass sein Land mitsamt den vielen Hoch-stammbäumen als landwirtschaftliche Kulturfläche erhalten bleiben soll – denn wovon sollen wir uns ernähren, wenn immer mehr Kulturland überbaut wird? Damit auch die zukünftige Generation sein Engagement versteht und fortführen kann, muss sie für diese Themen sensibilisiert werden – und das gelingt durch direkte Erfahrung.

Beziehung zur Umwelt stärken

Immer weniger Kinder wissen, woher ihr tägliches Essen kommt und wie es angebaut wird. Was man nicht kennt, kann man nicht wertschätzen. Weder

die Nahrungsmittel an sich noch die Arbeit, die von so vielen Menschen bei deren Produktion geleistet wird, können dann angemessen gewürdigt werden. Pflanzt man selbst Gemüse an, entwickelt man einen direkten Bezug zum täglichen Essen. Die Kinder erfahren die Kreisläufe in der Natur, den Einfluss des Bodens, der Sonne und des Regens. Von der Keimung des Saatguts über das Wachstum der Pflanzen bis hin zur Ernte und schliesslich zur Samengewinnung erleben sie den ganzen Zyklus einer Pflanze. Durch das eigenständige Werken erleben sie die Natur mit all ihren Sinnen und entwickeln einen direkten Bezug zu ihrer Umwelt.

Das schweizweite Projekt „Gartenkind“

„Gartenkind“ ist ein schweizweites Vernetzungsprojekt, bei dem Kindern das Gärtnern nähergebracht werden soll. Initiiert wurde es von Pascal Pauli beim Verein Infoklick.ch (mittlerweile gehört es zu Bioterra). Im Jahr 2016 waren an über 60 Standorten Gartenkinder am Werk, und im Jahr 2017 sind noch viele weitere Gärten dazugekommen. Das Netzwerk unterstützt die lokalen Projekte mit Saatgut, Fachwissen und Erfahrungs-austausch.